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Motorradtouren & Reiseberichte

 

 

 

Leuchtturmtour 2014

07.  -  09. März 2014



Bine & Axel auf Tour

Tagebuch

Freitag, 07.03.2014
 

"Kein sinnloses Gebolze mehr. Wenn schon auf Tour, dann wenigstens auf Kult(o)ur", sprach Axel und bastelte mal wieder eine ganz besondere private Saisoneröffnungstour für 2014 zusammen. Heraus kam eine Tour durch Schleswig-Holstein entlang der Küsten, ohne Inseln, um dort weitgehend an der Küste auffindbare Leuchttürme anzufahren.

Entlockte zwar im ersten Moment nur ein müdes "ganz nett"....doch beim genaueren Betrachten kamen da dann doch knapp 900 KM zusammen. Der Wettergott war dieses Jahr auf unserer Seite. Bei milden angesagten Temperaturen um die 14° machten wir uns dann im März 2014 auf den Weg.
 


erster Stopp in Kolmar an der Elbe


Leuchtturm Pagensand bei Kolmar
 

Der Start begann allerdings erst einmal bei 4°. Unser erster Stopp war dann in Kolmar. Hier gab es am Strand die ersten "geposten" Fotos unserer GSs und des Leuchtturms "Pagensand Nord" [#1], den man allerdings nicht zu Fuß erreichen konnte, da er mitten in der Elbe stand. Jetzt hatten wir immer noch 26 Leuchttürme auf dem Zettel, und das bis Sonntagabend. Also, weiter ging es.

In Richtung Norden erwartete uns dann Glückstatt, und damit auch unser nächster Leuchtturm. Witzig war irgendwie, dass man bereits jahrelang auf den so genannten "Hausstrecken" zig-Male daran vorbei gefahren ist, ohne ihn wirklich wahrzunehmen.

Jedenfalls gehörte der Leuchtturm in Glückstadt [#2] nicht zu den Kleinen, sondern imponierte doch schon durch seine Größe.
 


Leuchtturm Glückstadt von weitem
 


Axel am Fuße des Leuchtturms

Das Wetter hielt prima durch und wir freuten uns auf die nächsten Highlights wie den Leuchtturm Soesmenhusen in Brunsbüttel [#3]. Der sah allerdings total anders aus als in der Beschreibung, die Axel von Leuchtürme.de ausgedruckt hatte. Und außerdem lag dieser nicht wie angekündigt an der Schleuseneinfahrt, sondern mitten in einer Wohnsiedlung sehr versteckt, aber dennoch unübersehbar.

Ich vermutete, dass wir den falschen Leuchtturm angefahren sind, denn nach unserer Tour erkannte ich beim Schreiben dieses Berichtes und recherchieren im Internet, dass der Turm ein weißer viereckiger Bau sein sollte und nicht, wie in unseren Ausdruck, rund. Egaaaaaal!!! Den, den wir gefunden hatten, fanden wir gut und er sah wenigstens nach Leuchtturm aus und stand in Brunsbüttel. Also, Aufgabe erledig. Wer sich den "echten" Soesmenhusen-Leuchtturm anschauen möchte, findet Infos dazu im Web.
 


Leuchtturm mitten im Wohngebiet
 


Mit der Fähre über den Nord-Ostseekanal
 

Weiter ging es mit der Fähre über den Kanal. Der Hunger meldete sich und wir wollten irgendwo am Hafen einen kleinen Happen essen. Aber nix da... alle Läden hatten noch geschlossen, da wahrscheinlich die Fischbrötchen-Saison noch nicht angefangen hatte.

Kurzerhand entschlossen wir uns weiterzufahren, statt aufwändig irgendwo einzukehren, und machten Rast auf einer Tanke in Meldorf. Hier wurde das Notwendige mit dem Nützlichen verbunden (tanken, essen, Kunden abtelefonieren, pinkeln) und anschließend noch den Freunden in Facebook einen Gruß, natürlich mit Bild der beiden Moppeds, senden.
 


ein Riegel gegen den großen Hunger


ich war auch mit dabei


Screenshot vom Zumo 660


in Meldorf - Beweisfoto für Facebook
 

Die Pause hatte uns irgendwie ziemlich viel Zeit gekostet. Allerdings hatten wir nun milde 14° und freuten uns auf die weiteren Kilometer. Als nächstes stand der Leuchtturm in Büsum [#4] auf dem Zettel. Nicht aufregend und direkt am Hafen gelegen. Foto gemacht und weiter ging es nach St. Peter Ording. Aber zunächst mussten wir am Eidersperrwerk vorbei. Auch dies wurde natürlich im Knipskasten festgehalten.

Das Garmin führte uns in St. Peter Ording wie geplant in die Straße "Zum Leuchtturm", doch leider war weit und breit kein Leuchtturm zu sehen. Eine Holzbarrikade machte eine Weiterfahrt unmöglich und wir stellten die Moppeds erst einmal ab. Vor uns lag ein schmaler Sandweg und etliche Gassi-Gänger tummelten sich dort. Von zwei älteren Damen erfuhren wir dann auf Nachfrage, dass sich der Leuchtturm nur etwa 50m oder vielleicht auch 100m weiter auf der rechten Seite befand. Aha, das war zu schaffen. Mit Fotoapparat bewaffnet machte ich mich auf den Weg. Als allerdings nach gefühlten 400m immer noch nichts zu sehen war, fragte ich erneut einen Spaziergänger. Der bestätigte, dass sich unser ersehntes Ziel nur noch 100m von mir entfernt befand. Ich fragte mich, wie viele "100 m" ich noch zurücklegen musste, erspähte aber dann nach der nächsten Kurve wirklich den gesuchten Leuchtturm St. Peter-Böhl [#5].

Vor mir stand ein schöner alter gemauerter Leuchtturm und ich hatte einen fantastischen Blick auf das Watt. Leider verschwand aber die Sonne und tauchte das ganze Bild in ein einheitliches Grau. Ein letzter Blick und ich wanderte wieder zu den Moppeds zurück, die Axel tapfer bewacht hatte. Nun war Axel mit dem Wandern dran, denn auch er wollte den Turm aus der Nähe betrachten. Na, denn mal los... Nach etwa 20 Minuten kam Axel zurück und wir konnten endlich weiter.
 


Leuchtturm in Büsum


Eidersperrwerk


Leuchtturm von St. Peter-Ording
 


Pfahlbauten
 

Unser nächstes Ziel war der legendäre Leuchtturm von Westerhever [#6]. Bereits auf früheren Touren hatten wir erkannt, dass man den Turm nie und nimmer als Motorradfahrer mit Bike erreichen würde. Viel zu weit war die fußläufige Anreise, die man in dicken Motorradklamotten nicht stemmen konnte. Ich muss mich vielleicht korrigieren: zu stemmen war es sicherlich, aber ehrlich gesagt nicht unser Ding. Ein Blick aus der Ferne auf den Leuchtturm reichte uns. Es gibt ja auch bereits unzählige Bilder im Internet. Da kam es sicherlich auf ein weiteres Bild von uns nicht an. Also, rauf auf dein Deich, Bild gemacht und weiter ging es.
 


Leuchtturm Westerhever
 


Blödeleien mussten sein
 

Von hier ab war erst einmal pures Fahrvergnügen angesagt. Der nächste Leuchtturm erwartete uns erst in Dagebüll. Zwar hatte es sich mittlerweile bezogen, aber es blieb trocken...vorerst noch. Und so ging es über schönes Strecken direkt am Wasser entlang. Hin und wieder gab es die Möglichkeit, mal auf den Deich hinauf zu fahren und einen schönen Blick zu haben. Ob das erlaubt war, weiß ich aber nicht. Hinter Bredstedt in Richtung Dagebüll fuhren wir dann über eine schmale Straße, die den Hauke-Haien-Koog vom Meer trennte. Links der Deich, rechts viel Wasser. War total eindrucksvoll und hätte bestimmt landschaftlich super ausgesehen, wenn es hier nicht wie aus Eimern angefangen hätte zu schütten und die Temperaturen nicht auf 5° gefallen wären. Ich erinnerte mich an meine Kollegen, die das Wochenende in Hamburg bei warmen 16° an der Alster genießen wollten. Dennoch ärgerte ich mich nicht und genoss einfach unsere gemeinsame Ausfahrt...auch bei Regen.

Kurz vor Dagebüll kamen wir dann an den Fähranleger Schüttsiel, von dem man aus mit Fähren zur Insel Föhr übersetzen konnte. Da das Wetter noch nicht besser war, ging es weiter nach Dagebüll zu unserem Leuchtturm Nr. 7. Den fanden wir und konnten ihn auch mit dem Mopped erreichen. Stand hinter dem Deich, sah schick aus und ich machte gleich ein paar Fotos.
 


Fähranleger Schüttsiel
 


Leuchtturm Dyenswarft in Dagebüll
 

Mittlerweile waren wir aber doch ziemlich durchfrostet und sehnten uns nach etwas Warmem. Weiter ging es dann zur Jugendherberge Niebüll (sehr zu empfehlen) und damit dem Ende unserer heutigen Tour. Um 17.45 enterten wir unser Zimmer in der JuHe und hatten ein 4-Bett-Zimmer für uns. Um 18.00 Uhr sollte es Abendbrot geben, also schnell abrödeln und umziehen. Sehr zu unserer Freude hatte uns die Herbergsmutti angeboten, dass wir unsere Moppeds direkt vor dem Haus abstellen könnten. Gesagt, getan...allerdings glaube ich nicht, dass sie eine Ahnung davon hatte, wie viel Platz 2 Adventures nebeneinander geparkt in Anspruch nahmen. Egal, wir standen und freuten uns. Andere Gäste freuten sich mit uns, andere moserten...also, alles wie immer. ;-)

Jetzt schnell umziehen, Abendbrot essen und den restlichen Abend entspannt ausklingen lassen. Alles passte...und die Krönung war, dass uns die Herbergsmutti (gefühlte 28 Jahre) auch noch extra den Kamin im Kaminzimmer anfeuerte und wir dort mit einem heißen Tee den Abend entspannt ausklingen lassen konnten.
 


Parken direkt vorm Eingang
 


Ausklingen des Abends am Kamin
 

Samstag, 08.03.2014
 

Der neue Tag begrüßte uns mit Sonne und....Frost. Ein Blick auf das Thermometer zeigte 0,6°. Oha...! Naja, erst einmal frühstücken und dann schauen, was die Außenwelt sagt.

Gegen 9.00h waren wir startbereit und sattelten unsere Moppeds. 5° auf dem Thermometer waren zwar nicht berauschend, dennoch versprach der Tag ein schöner zu werden. Momentan lag aber noch Raureif auf den Feldern und teilweise auch auf der Straße. Also, erst einmal langsam angehen lassen.

Unsere Route führte uns nun entlang der dänischen Grenze zur Ostküste Schleswig-Holsteins. Es wurde zunehmend wärmer, die Sonne strahlte und wir auch. Die klare Luft ließ das schönste Bundesland der Welt noch schöner aussehen. Man hatte das Gefühl, man könne von der Westküste bis zur Ostküste gucken....wenn da nicht überall diese ätzenden Windkrafträder stehen würden. Früher hatte Schleswig-Holstein mal den Beinamen "Land der Horizonte". Noch ein paar Jahre weiter und es wird dann wohl heißen "Land der Windkrafträder". Ich möchte hier keine Diskussion über alternative Energien lostreten. Trotzdem finde ich es einfach schade, dass eine wunderschöne Landschaft derart verschandelt wird.
 


Eis auf den Sitzbänken


startbereit


weites Land... und überall Windkrafträder
 


Ankunft in Glücksburg
 

Wir durchquerten Flensburg und suchten nun den Leuchtturm in Glücksburg [#8]. Der Leuchtturm Holnis ist der nördlichste Leuchtturm an der deutschen Ostseeküste und weist der Schifffahrt den Weg in die Flensburger Förde. Er steht auf der Ostseite der gleichnamigen Halbinsel Holnis inmitten des Glücksburger Ortsteils Schausende. Wirkte sehr imposant auf uns und er war sogar noch in voller Funktion.

Dann ging es weiter zum Leuchtturm Kalkgrund [#9], den man allerdings auch nicht zu Fuß erreichen konnte, da dieser mitten in der Flensburger Förde stand. Axel hatte nach Recherchen im Internet "den besten Platz" für einen Blick auf den Leuchtturm ermittelt. Die Frage war nur, wie man den besten Platz mit den Moppeds erreichen konnten. Die Anfahrt war teilweise abenteuerlich, führte uns über matschige Feldwege und endete schließlich vor einen Waldwanderweg. Natürlich hätten wir verbotenerweise den Weg fahren können, taten es aber nicht...obwohl es irgendwie juckte. Wir starteten noch 2 weitere Versuche, um einen schönen Blick auf den Turm zu bekommen, aber alle waren nicht besonders befriedigend. Also musste ein Bild aus der Ferne reichen.
 


Leuchtturm Holnis in Schausende
 


Leuchtturm Kalkgrund aus der Ferne
 

Jetzt wartete Leuchtturm Falshöft [#10] auf uns. Laut Internet kann man sich sogar in diesem stillgelegtem Leuchtturm trauen lassen. Das, was wir erspähten, gehörte aber nicht gerade zu den Augenweiden. Der Turm wurde scheinbar gerade restauriert und in voller Höhe und Umfang von einem Baugerüst geziert. Auch hier gab es ein Beweisfoto und die Fahrt ging weiter in Richtung Kappeln.

Der nächste Leuchtturm auf unserem Plan sollte sich auf einer Lotseninsel befinden, die die Schlei von der Ostsee trennt. Auch hier hatte Axel wieder "den besten Blick" ermittelt und unser Garmin führte uns schnurstracks darauf zu. Die Anfahrt führte uns allerdings durch eine stillgelegte Kaserne und es schien, als wenn diese zu einem Feriencenter umgebaut werden sollte. Wir kamen auch nicht wirklich weit, weil uns ein Stahlzaun die Weiterfahrt unmöglich machte und auch gleich ein Parkwärter aus seinem Häuschen sprang, um von uns Parkgebühren abzuzocken, die wir natürlich nicht bezahlten. Als Axel ihn nach einer Möglichkeit fragte, wie man näher an den Turm heran kommen könnte, winkte der Parkwächter nur ab und meinte, dass würde nicht gehen. Durchfahrt verboten und einen anderen Weg gibt es nicht. Ich stellte mein Mopped ab und machte ein Foto des Leuchtturms Schleimünde [#11] aus der Ferne. Schade, aber dann eben nicht.
 


Leuchtturm Falshöft mit Stahlgerüst
 


Leuchtturm Schleimünde aus der Ferne
 

Unplanmäßig hatte Axel noch einen weiteren Leuchtturm in die Tour eingebaut. Auch hier hatte man schon zig Male auf einer der vielen Ausfahrten gestanden und nie richtig mitbekommen, dass es dort einen Leuchtturm gab, der sogar noch in voller Funktion war. Der Leuchtturm stand in Eckernförde [#12] direkt am Hafen. Allerdings sah er komplett anders aus als im Internet angekündigt. Statt eines konventionellen rot/weißen Leuchtturms erwartete uns nun ein gelb/blauer Leuchtturm, bei dem das Richtfeuer auch noch zur Uferseite hin abgedeckt war. Wahrscheinlich, um die Anwohner nicht zu stören.

Da wir nun schon einmal in Eckernförde waren, gönnten wir uns eine kleine Pause bei milden Temperaturen und leckeren Fischbrötchen direkt am Hafen. Hier wuselte und wimmelte es von Spaziergängern und wir mogelten uns mit den Moppeds und einem kleinen schlechten Gewissen bis an die Mole vor. Kurze Zeit später fiel dann aber gnadenlos eine Horde Harley-Fahrer über den Hafen her. Mit ihren Brülltüten enterten sie die Fußgängerzone und stellten ihre ca. 20 Maschinen schön breit und nebeneinander ab. Naja...für ´ne Show haben sie jedenfalls gesorgt.
 


Hafen von Eckernförde
 


restaurierter Leuchtturm
 

Strande stand nun als nächstes auf unserer Liste. Aber zunächst konnten wir die Moppeds mal ein bisschen laufen lassen. Aufgrund des schönen Wetters waren Gott und die Welt unterwegs und wir schoben mehr als wir fuhren. Irgendwo verließ Axel die Bundesstraße und wir genossen nun die Fahrt auf schönen Nebenwegen.

Dann erreichten wir Strande und somit auch den Leuchtturm Bülk [#13] und einen weiteren Leuchtturm [#14], der mitten in der Kieler Bucht lag. Von letzterem fehlte eine eindeutige Beschreibung und auch die Bezeichnung. Das Internet spuckte lediglich "Leuchtturm Kiel" aus mit der Besonderheit, dass dort eine Lotsenstation sein sollte.

Die beiden folgenden Leuchttürme in Friedrichsort [#15] und in Kiel-Holtenau am Thiessenkai [#16] waren auch bereits bekannt und scheinbar beliebte Ausflugsziele. Dicht an dicht standen hier die Autos und sowohl der Deich am Falkensteiner Strand als auch der Thiessenkai waren übervölkert mit Spaziergängern. Schade war, dass auch der Leuchtturm in  Holtenau teilweise aufgrund Sanierungsarbeiten verhüllt war. Natürlich machten wir trotzdem unsere Fotos und zogen dann weiter.
 


Leuchtturm Bülk
 


Leuchtturm Kiel: Für eine bessere Aufnahme reichte mein Tele leider nicht
 


Leuchtturm Friedrichsort
 


Leuchtturm Holtenau
 


Leuchtturm Neuland
 

Es ging weiter nach Hohwacht und damit zu unserem Leuchtturm Nr. 17. Der Leuchtturm Neuland befindet sich an der Kieler Bucht, zwischen Hohwachter Bucht und Kieler Förde in der Nähe der Ortschaft Behrensdorf. Er wird nicht von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sondern von der Bundeswehr betrieben. Der Turm kann zweimal jährlich im Sommer im Rahmen eines Tages der offenen Tür, den die Gemeinde Behrensdorf mit Unterstützung der Bundeswehr veranstaltet, besichtigt werden.

Ursprünglich sollte die heutige Tour in der Nähe von Heiligenhafen enden. Da wir aber gut in der Zeit lagen, entschlossen wir uns noch weiter bis Burg zu fahren. Axel rief die JuHe in Burg an und erfreulicherweise hatten sie noch ein Zimmer für uns.
Auf dem Weg von Hohwacht nach Oldenburg bei Tempo 80 Km/h hörte ich dann plötzlich ein lautes metallisches Klappern. Ich nahm sofort Gas weg und wunderte mich, dass Axel dies ebenfalls tat. Ich hatte angenommen, dass er das Klappern ebenfalls gehört hatte.

Wir hielten kurz an und checkten mit prüfenden Blicken, ob etwas Ungewöhnliches an meinem Vorderrad oder der Verkleidung oder sonst wo zu sehen war. Leider ohne Erfolg. Nach kurzer Abstimmung machten wir einen erneuten Anlauf und fuhren weiter. Und plötzlich war ab Tempo 80 Km/h wieder dieses Klappern da. Na toll....es war nicht mehr weit bis Oldenburg und ich entschloss mich mit verringertem Tempo weiterzufahren. Auf der Tanke in Oldenburg prüften wir nochmals alles Mögliche an meinem Mopped, fanden aber nichts. Jetzt stellte sich die Frage, was tun. Weiterfahren bis Burg oder die Tour abbrechen, was uns beiden doch irgendwie missfiel, da wir uns sehr auf diese Tour gefreut hatten.

Ein kurzer Blick und einstimmiges Nicken fürs Weitermachen. Aufgrund der Suchaktion auf der Tanke hatten wir ordentlich Zeit verloren. Wir entschlossen uns, den Leuchtturm in Heiligenhafen am morgigen Tag anzufahren, wenn wir unsere Rundreise auf Fehmarn beendet haben. Kurzerhand setzten wir uns auf die Autobahn in Richtung Fehmarn. Was soll ich sagen.... kaum schneller als 80 Km/h und schon ging das Geklapper wieder los. Axel fuhr hinter mir und das Geklapper war diesmal wesentlich leiser. Ich sah im Rückspiegel, dass Axel sich hatte fallen lassen und ahnte, dass die Geräusche wohl von seinem Mopped kommen mussten.

Wir verständigten uns kurz über Funk und Axel rollte mit etwa 60 Km/h an mir vorbei. Da entdeckte ich an seinem Mopped die Motorschutzplatte, die durch den Fahrtwind bedrohlich flatterte und jeden Moment auf der Straße aufschlagen konnte. Ich schrie sofort "Stopp", was Axel auch hörte und wir fuhren rechts auf den Standstreifen. Eine genauere Untersuchung ergab: Haltebolzen verloren, Totalschaden. So konnten wir auf keinen Fall weiterfahren. Mittlerweile wurde es auch schon dunkel und kalt. Einzige Lösung: Kabelbinder. Also zauberte ich 2 Kabelbinder aus dem Hut und Axel fixierte die Platte provisorisch an der Halterung. Sah zwar komisch aus, war auch nicht wirklich vertrauenserweckend, aber es hielt.
 


Panne auf der A1
 


Kabelbinderkonstruktion
 

Plötzlich bemerkten wir hinter uns einen blauen Kastenwagen und einen Mann. Dieser ging schnellen Schrittes auf uns zu, fragte nach dem Problem, erfasste sofort die Situation und sagte: "Wartet mal, ich habe gerade vor ein paar Tagen einen Bolzen gefunden. Der könnte passen. Ich hol den mal..." Zurück kam er mit einem etwa 10cm langen Bolzen mit selbstsichernder Mutter und ca. 10mm Durchmesser. Er drückte uns den in die Hand, nickte freundlich, wünschte uns noch eine schöne Weiterfahrt und verschwand.

Was war das denn? Das ganze hatte nicht länger als 1 Minute gedauert. Etwas verdattert aber beruhigt, dass erst einmal alles hielt, steckte Axel den Bolzen ein und rief nochmals die JuHe an, dass wir auf jeden Fall noch kommen. Mit Tempo knapp unter 80 Km/h fuhren wir vorsichtig weiter. Ich befand mich versetzt hinter Axel und kontrollierte immer wieder, ob unsere Konstruktion auch hielt. Kurze Daumen-hoch-Zeichen von mir beruhigten dann auch Axel.

Nach einer heftigen Kopfsteinpflastereinlage erreichten wir dann im Dunkeln heil die JuHe in Burg. Und bevor wir überhaupt eincheckten, wurden wir erst einmal zu Tisch gebeten, da die Küche gleich schloss. Nach der Stärkung machten wir uns im Zimmer breit und beratschlagten, was wir nun am nächsten Tag tun sollten. Eine Generallösung gab es nicht und wir entschlossen uns, den komischen Bolzen am nächsten Tag einfach mal auszuprobieren. Heute konnten wir ja eh nichts mehr bewegen, tranken unser Etappenbierchen und fielen relativ früh und müde ins Bett.
 

Sonntag, 09.03.2014
 

Bereits um 8.00 Uhr hatten wir gefrühstückt und machten uns nun an die Reparatur der Motorschutzplatte. Zum Glück hatte das Mädel an der Rezeption ein bisschen technisches Gespür und holte sofort das nötige Werkzeug aus dem Keller, nachdem wir ihr unser Problem geschildert hatten. Bewaffnet mit Nusskasten und Ratsche gingen wir ans Werk. Axel hielt erst einmal den Bolzen vor die Halterung und nahm Augenmaß. Könnte passen....! Auch der Durchmesser? Werden wir sehen...! Also schnitt ich die beiden Kabelbinder (unsere letzten) durch. Jetzt kam der Moment der Wahrheit. Axel schob den Bolzen durch die erste Öse und in den Kanal hinein. Der Durchmesser passte schon mal. Jetzt kam es auf die Länge an (da soll einer dies noch mal verneinen...). Und schwupp, der Bolzen passte und schaute sogar noch etwa 1 cm aus dem Kanal heraus. Genug Futter für die Mutter....jetzt noch die selbstsichernde Mutter drauf und das Ganze hielt bombenfest.

Unglaublich, Wunder geschehen...Wir freuten uns riesig über diese ganzen glücklichen Zufälle. Von hunderten an vorbeifahrenden Autos hält eines an; der Fahrer hat einen Bolzen dabei, den er selber gerade erst vor ein paar Tagen gefunden hat; der Bolzen hat eine selbstsichernde Mutter; die Juhe hat passendes Werkzeug; der Bolzen passt sowohl in der Länge als auch im Durchmesser. Klingt wie ein Märchen. Vielleicht war es ja auch ein Engel. Schade nur, dass wir uns nicht mehr bei dem Unbekannten bedanken können. Unsere Reise konnte jetzt aber entspannt weitergehen.
 


mit 60 Km/h in der Dämmerung über die Fehmarnsundbrücke
 


defekte Motorschutzplatte
 


der Bolzen passt
 


Axel ist glücklich - wir können weiterfahren
 

Wir klapperten dann alle Leuchttürme auf der Insel Fehmarn ab. Immerhin stolze 5 Stück an der Zahl. Manche waren gut zu erreichen, manche über Spurbahnen, manche gar nicht. Es machte trotzdem Spaß. Das Wetter war perfekt und es war so früh morgens auf den Straße fast nichts los. Teilweise hatten wir das Gefühl, alleine auf der Insel zu sein.

Unsere Tour führte uns kreuz und quer, denn so viele Straße hatte Fehmarn nicht, dass man nicht hin und wieder eine Strecke zweimal befuhr. Uns war´s egal, denn die Tour war einfach wunderschön.

Erwähnenswert wäre noch der Leuchtturm Strukkamphuk. Dieser Leuchtturm befindet sich direkt westlich neben der Fehmarnsundbrücke. Er ist nur für Fußgänger von der Fehmarnsundbrücke aus oder für Campingplatznutzer vom Campingplatz am Strukkamphuk aus erreichbar. Das Innere des sehr kleinen Leuchtturms lässt sich nicht besichtigen, da er sich im Privatbesitz befindet und das Nebenhaus bewohnt wird. Das Besondere ist, dass die Bewohner das Licht im Inneren ausmachen müssen, sobald das Leuchtfeuer eingeschaltet wird. So sagte man es uns jedenfalls.

Im folgenden also Bilder vom Leuchtturm Strukkamphuk [#18], Flügger Leuchtturm [#19], Westermarkelsdorfer Leuchtturm [#20], Leuchtturm Marienleuchte [#21] und Leuchtturm Staberhuk [#22]. Einen angeblichen Leuchtturm in Burgtiefe fanden wir leider nicht. Deshalb gibt es davon auch kein Bild. Dafür aber eine Aufnahme von der Hafeneinfahrt.
 


Leuchtturm Strukkamphuk
 


Flügger Leuchtturm
 


Westermarkelsdorfer Leuchtturm
 


Leuchtturm Marienleuchte
 


Leuchtturm Staberhuk
 


Hafeneinfahrt in Burgtiefe
 

Jetzt konnten wir Fehmarn wieder verlassen und fuhren nun erst einmal den gestern "links liegen gelassenen" Leuchtturm in Heiligenhafen [#23] an. Auch dieser stand, wie viele andere, mitten in einer kleinen Wohnsiedlung.

Nun ging es im Tiefflug fast vorbei an unserem Campingplatz und weiter nach Dahme, wo der Leuchtturm Dahmeshöved [#24] auf uns wartete. Leider war die direkte Anfahrt nicht möglich, da sich zwischen Leuchtturm und uns eine Baustelle befand. Also mussten wir eine größere Umleitung fahren, denn wir wollten uns den Turm auf jeden Fall ansehen. Was wir dann als Umleitung erspähten, verschlug uns fast die Sprache. Vor uns lag ein schmales ampelgesteuertes Schotterbett mit riesen Kieselsteinen. Na, super....

Ich überlegte kurz an der roten Ampel und entschied mich dann, nicht dort lang zu fahren. Als uns dann aber ein anderer BMW-Fahrer mit einer alten R75 oder so entgegenkam, wir ein kurzes Gespräch führten und er meinte "einfach nur immer die Füße oben lassen", fasste ich Mut und nahm die Offroad-Passage in Angriff. Axel fuhr vor mir im Stehen. Also tat ich Selbiges. Und siehe da: war gar nicht so schwer wie befürchtet. Einzig und allein das vor uns fahrende Fahrzeug wurde immer langsamer und wir somit auch. Das nervte, denn je schneller wir fuhren, desto weniger eierte die Maschine rum.

Irgendwann nach etwa 2 Kilometern erreichten wir das Schotterbettende und ich freute mich, dass ich den Mut hatte, da durch zu fahren. Axel grinste auch nur. Schien ihm bestimmt auch Spaß gemacht zu haben.

Dann standen wir vor dem Leuchtturm. Kurz die Beschreibung gelesen, ein paar Fotos gemacht und den Schotterweg zurück gefahren. Dieses Mal schon wesentlich entspannter. Ist schon toll, was diese Maschinen können...und mit Sicherheit mehr als ich.
 


Leuchtturm Heiligenhafen
 


Axel vor mir auf der Schotterpiste
 


Leuchtturm in der Ferne
 


so was nennt sich "Straße"
 


Leuchtturm Dahmeshöved
 

Es war Sonntagnachmittag und alle Ostseebäder gerammelt mit Touri voll. Kilometerlange Autoschlangen kamen uns aus Travemünde entgegen, denn mittlerweile war die Kaffeezeit fast rum und die Leute wollten nach Hause. Wir hingegen hatten noch 3 Leuchttürme vor uns. Endspurt.

Der nächste Leuchtturm [#25] stand in Neustadt-Pelzer Haken direkt am Strand. Sah richtig scheiße aus, das Teil. Grün, viereckig und irgendwie so gar nicht nach Leuchtturm. Aber egal. Schnell ein Foto gemacht und schon ging es weiter nach Travemünde, wo die beiden letzten Leuchttürme auf der Liste standen. Der eine Leuchtturm [#26] schön klassisch gemauert und rund, der andere im obersten Stockwerk des Maritim-Hotels [#27]. Kann man sich irgendwie gar nicht so richtig vorstellen, war aber trotzdem so.
 


Axel am Leuchtturm Pelzer Haken
 


Der alte und der neue Leuchtturm
 


Leuchtfeuer in der obersten Etage
 

Mission erfüllt. Wir setzten uns auf die Bahn und machten uns auf den Heimweg. Knapp 900 KM haben wir an diesem Wochenende abgespult und nicht einen davon bereut. Uns macht es immer wieder Spaß, mit den Moppeds in der heimatlichen Region zu wildern. Und es ist erstaunlich, dass man immer wieder Straßen findet, die man noch nicht gefahren ist.

Auch durch Axels klasse ausgearbeitete Touren mit Kernthema ist so ein Wochenendtripp auch immer ein kleines bisschen ein Kulturerlebnis. So muss das sein... Ich freue mich schon auf unsere nächste KulTour. Mal sehen, was es dann zu "erfahren" gibt.

Hier gibt es ein paar tolle Links zu den oben genannten Leuchttürmen: Wikipedia - Leuchttürme in Schleswig-Holstein und Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck (Leuchttürme Ostseeküste)

Unsere Rundtour findet ihr hier:

Und hier gibt es eine Diashow...

 

Für die Statistiker gibt es hier ein paar Bilder aus unserem Zumo.

Tag 1:

 

Tag 2:

 

Tag 3:

 

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